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Phasendiagramme

Allgemeines:
Phasendiagramme sind ein wichtiges Hilfsmittel in der Chemie und Physik zur Untersuchung und Trennung von Stoffgemischen. Meistens wird ein Phasendiagramm (bei Stoffgemischen) als ein Temperatur - Zusammensetzungs Diagramm verwendet, bei dem die Konzentration von Stoffen gegen die Temperatur aufgetragen wird. Anwendung dient dieses Phasendiagramm z.B. bei der Trennung von Stoffgemischen (Destillation -> Trennung von Stoffgemischen aufgrund unterschiedlicher Temperatur).

Ein Phasendiagramm eines einzigen Stoffes ist i.d.R. ein Temperatur-Druck Diagramm, bei dem die Temperatur gegen den Druck aufgetragen wird. Aus einem solchen Phasendiagramm kann man daher ablesen, bei welcher Temperatur und bei welchem Druck ein Stoff im Aggregatzustand fest, flüssig oder gasförmig vorliegt, weswegen diese Phasendiagramme auch Zustandsdiagramme genannt werden.
 

Phasendiagramme für zwei Komponenten:
Ein Phasendiagramm (für zwei Komponenten) gibt für jeden Punkt im Temperatur - Zusammensetzungsdiagramm an, welche Phase oder Phasen im Gleichgewicht vorliegen (z.B. Stoff A (flüssig) und Stoff B (gasförmig).
 

Wie ist ein Phasendiagramm aufgebaut?:
Aufgebaut (Grundstruktur) ist jedes Phasendiagramm wie ein Diagramm. Dabei wird auf der x-Achse (waagrechte Achse) die Zusammensetzung des Systems aufgetragen, auf der y-Achse (senkrechte Achse) die Temperatur. Die Zusammensetzung des Systems wird folgendermaßen angegeben: am linken Rand eines solchen Diagramms liegt die Komponente (A) als reiner Stoff vor (= 100% A) und demzufolge am rechten Rand die zweite Komponente (B) als reiner Stoff (= 100 B), dazwischen liegt ein Stoffgemisch aus A und B vor.
Je nach Temperaturbereich kann man zwei verschiedene Phasendiagramme unterscheiden, das Schmelzdiagramm (Phasen: fest-flüssig) und das Siedediagramm (Phasen: flüssig-gasförmig ).

  • Schmelzdiagramm: Bei einem (idealen) Schmelzdiagramm gibt es drei Bereiche: Eine Grenzlinie (als Liquidus-Linie bezeichnet), die den flüssigen Bereich und eine Grenzlinie (als Solidus-Linie bezeichnet), die den festen Bereich abgrenzt. Allgemein gilt: oberhalb der Liquidus-Linie liegen die Komponenten komplett flüssig, unterhalb der Solidus-Linie komplett fest vor. Der Bereich zwischen Liquidus- und Solidus-Linie wird als Mischungslücke bezeichnet.
  • Siedediagramm: Bei einem (idealen) Siedediagramm gibt es drei Bereiche: Eine Grenzlinie (als Kondensations-Linie bezeichnet), die den gasförmigen Bereich und eine Grenzlinie (als Siede-Linie bezeichnet), die den flüssigen Bereich abgrenzt. Allgemein gilt die obere Phase gasförmig und die untere ist flüssig.
Abbildung: Phasendiagramm mit zwei Komponenten, beliebig mischbar, flüssige und gasförmige Phasen
Weitere Diagrammarten:
Bei oben gezeigter Abbildung handelt es sich um eine ideale Mischung. Reale Mischungen oft anders verhalten als ideale Mischungen, daher weichen diese Phasendiagramme i.d.R vom idealisierten Bild ab. Phasendiagramme können eutektische Zusammensetzungen (Bezeichnung für ein Gemisch zweier oder auch mehrerer Stoffe, die im festen Zustand nicht und nur im geschmolzenen Zustand vollständig mischbar sind) aufweisen. Besonders häufig sind in Phasendiagrammen Mischungslücken zu finden. Nachfolgend sind einige Möglichkeiten aufgelistet:
 
  • Keine Mischbarkeit im festen Zustand, Mischungslücke in Flüssigkeit
  • Beliebige Mischbarkeit in flüssigem Zustand, keine Mischbarkeit im festen Zustand
  • keine Mischbarkeit im festen Zustand
  • Beliebige Mischbarkeit in der Flüssigkeit, bedingte Mischbarkeit der Festkörper
  • Phasendigaramm mit zwei Komponenten mit kritischem Punkt und Mischungslücke
  • Phasendiagramm mit zwei Komponenten, die beliebig mischbar sind, aber es existiert ein Punkt gleicher Konzentration


Auswertung des Phasendiagramms:

  • Innerhalb der flüssigen oder festen Phase (bis zum Zweiphasengebiet) ändert sich die Ursprungszusammensetzung beim Erhitzen nicht. Die Zusammensetzung kann als Schnittpunkt der Zusammensetzungs- und Temperaturlinie bestimmt werden.
  • Erreicht die Temperatur das Zweiphasengebiet, ändert sich die Phasenzusammensetzung, da man nun je nach Phasendiagramm eine flüssig und gasförmige Phase (Siedediagramm) hat oder eine fest und flüssige Phase (Schmelzdiagramm), d.h. jede Komponente (A und B) liegen jeweils in zwei Phasen vor. Die Berechnung im Zweiphasengebiet erfolgt mit Hilfe des Hebelprinzips. Zuerst zeichnet man den gewünschten Punkt (Zusammensetzung/Temperatur) ein, dazu bildet man den Schnittpunkt zwischen der Temperaturlinie und der Zusammensetzungsslinie. Anschließend geht man von diesem Punkt bis zu den beiden Schnittpunkten der Linien, die das Zweiphasengebiet begrenzen. Von diesem Punkt zieht man eine senkrechte Linie nach unten und erhält so die Zusammensetzung als Schnittpunkt mit der x-Achse.
  • Innerhalb der flüssigen oder gasförmigen Phase (oberhalb des Zweiphasengebietes) ändern sich die Zusammensetzung nicht, die Zusammensetzung kann als Schnittpunkt der Zusammensetzungs- und Temperaturlinie bestimmt werden.
Beispiel:

Anwendung der Gibbschen Phasenregel:
Die Gibbsche Phasenregel erlaubt eine Aussage, in wie weit die Temperatur und/oder Druck verändert werden können, ohne dass sich die Phase ändert (von Interesse ist diese Anwendung eigentlich nur, wenn mehrere Phasen oder Komponenten in einem System vorliegen.
Die Gibbsche Phasenregel lautet:

Zahl der Freiheitsgrade = Zahl der Komponenten + 2 - Zahl der Phasen


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