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Intermolekulare Wechselwirkungen, auch zwischenmolekulare Kräfte oder manchmal auch Sekundärbindung genannt

Allgemeines:
Wie bereits öfters erwähnt wurde, werden die einzelnen Atome bzw. Ionen in Verbindungen durch Anziehungskräfte innerhalb der Verbindung zusammengehalten (deshalb auch intramolekulare Wechselwirkung bei Molekülen). Dazu gehört die Atombindung (oder auch kovalente Bindung), die zwei Nichtmetalle miteinander zu einem molekularen Stoff (ver)bindet, z.B Wasserstoff H-H. Diese Wechselwirkung wird auch oft Primärbindung genannt. Nun gibt es eben auch Kräfte, die die einzelnen Verbindungen zu einem Verband zusammenhalten. Gebe es die intermolekularen Anziehungskräfte zwischen den einzlnen Molekülen nicht, gebe es keinen flüssigen bzw. festen Zustand, da sich alle Moleküle dann nur wie Gase verhalten würden.

Übersicht:
In folgendem Schema sollen die Wechselwirkungen (Anziehungskräfte), die innerhalb einer Verbindung vorhanden sind, sowie die Wechselwirkungen, die zwischen Verbindungen wirksam sind, betrachtet werden. Zu Beachten: Bei der Ionenbindung und der Metallbindung liegen aufgrund ihres Aufbaues schon Wechselwirkungen in alle Raumrichtungen vor (Die Ladung eines Ions wirkt in allen Raumrichtungen), die Atombindung hingegen ist räumlich gerichtet. Deswegen gibt es auch ein Metallgitter und ein Ionengitter (in dem sich viele Anionen und Kationen zu einem "Verband" ordnen). Bei molekularen Stoffen hingegen gibt es kein Molekülgitter.

Primärbindung:  Atombindung (Molekulare Stoffe) <-> Metallbindung (Metalle) <-> Ionenbindung bei Salzen
Bei molekularen Stoffen: Der Zusammenhalt der Atome beruht dabei auf der Anziehungskraft zwischen den positiv geladenen Atomrümpfen und den negativ geladenen Elektronen, die sich zwischen beiden Atomrümpfen befinden, diese Anziehungskraft ist räumlich gerichtet (begrenzte Atomverbände -> Moleküle)
Bei Metallen: Zusammenhalt der Atome beruht dabei auf der Anziehungskraft zwischen den positiv geladenen Kationen (Metallatomrümpfe) und den negativ geladenen Elektronen des Elektronengases. Die Bindung wirkt in allen Raumrichtungen und erzeugt dadurch Metallverbände (Metallgitter)
Bei Salzen: Der Zusammenhalt der Atome bzw. Ionen beruht auf der Anziehungskraft zwischen den positiv geladenen Kationen und den negativ geladenen Anionen (Coulomb-Gesetz). Diese Anziehungskraft wirkt nach allen Raumrichtungen und erzeugt dadurch Ionenverbände (Ionengitter).

Sekundärbindungen (nur bei molekularen Stoffen):
-> London-Kräfte (auch manchmal als Van-der-Waalskräfte bezeichnet), wirken zwischen unpolaren Molekülen, die durch vorübergehende ungleichmäßige Verteilungen der Elektronendichte in der Atomhülle temporär polarisiert werden.
-> Dipol-Dipol-Wechselwirkungen, wirken zwischen polaren Molekülen
-> Wasserstoffbrückenbindung: wirken wenn ein oder mehrere Wasserstoffatome an ein kleines, stark elektronegatives Atom, nämlich F, O oder N, gebunden sind und es an einem anderen Molekül ebenfalls ein F, O oder N-Atom (bzw. mit dessen freien Elektronenpaar) gibt, mit dem das Wasserstoffatom in Wechselwirkung tritt.

Die Wasserstoffbrückenbindung als intermolekulare Wechselwirkung:
Die Wasserstoffbrückenbindung ist, wenn man sie nach der Polarität der Moleküle betrachtet, zwischen den die Wasserstoffbrückenbindung wirkt, eine Dipol-Dipol-Bindung, allerdings eine sehr spezielle: ein H-Atom wirkt als Brücke zwischen zwei stark elektronegativen Atomen, wobei es mit einem Atom durch eine polare kovalente Bindung und mit dem anderen durch elektrostatische Kräfte verbunden ist.

Die Wasserstoffbrückenbindung (Anziehungskraft)  ist mit einer Stärke von ca. 20 -60 kJ/mol viel geringer als eine Atombindung, die eine Bindungsenergie von ca. 200 bis 400 kJ/mol aufweist. Jedoch ist die Wasserstoffbrückenbindung viel stärker als eine "normale" Dipol-Dipol-Anziehung.
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