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Alzheimer - aus der Reihe "Volkskrankheiten"


 

Allgemeines über Alzheimer:
Die Erkrankung Alzheimer (auch als Morbus Alzheimer bezeichnet) ist eine Erkrankung des Gehirns, die vorrangig vom fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses geprägt ist, wobei Alzheimer vor allem im fortgeschrittenen Alter auftritt, so sind kaum Fälle von Alzheimer bei unter 50-jährigen bekannt.
Der Name der Alzheimer-Erkrankung lässt sich auf den deutschen Arzt Alois Alzheimer zurückführen, der erstmals die typischen Ablagerungen im Gehirngewebe untersuchte. Trotz der inzwischen 100-jährigen Forschung auf dem Gebiet von Alzheimer ist genaue Ursache der Morbus Alzheimer noch immer nicht bekannt. Bisher ist nur bekannt, dass die Alzheimer-Erkrankung zur Zerstörung von Nervengewebe im Gehirn führt.

Tritt die Alzheimer-Erkrankung einmal auf, verlieren die Betroffenen  nach und nach geistige Fähigkeiten wie z. B. Orientierungsvermögen oder das Sprachverständnis (daher gehört auch Alzheimer zur Familie der Demenz-Formen). Der Verlauf der Alzheimer-Krankheit bzw. deren Symptome kann  mit Medikamenten verzögert werden (eine Heilung von Morbus Alzheimer ist nicht möglich). 

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass etwa jeder 13. Mensch über 65 Jahren betroffen ist (wie bereits erwähnt, nimmt die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken, mit steigendem Alter stark zu). So sind von den 65- bis 69-Jährigen  jeder Hundertste betroffen, unter den 80- bis 84-Jährigen bereits jeder Siebte und von den über 90-Jährigen ist sogar jeder Dritte an Alzheimer erkrankt.
 
 

Unterschied Demenz und Alzheimer
Oft wird der Begriff "Alzheimer" und "Demenz" gleichgesetzt. In der Regel ist der Unterschied aber auch nicht sehr groß, was im Folgenden erklärt wird:

Verwendet man den Begriff Demenz richtig, so ist Demenz ein Oberbegriff für Erkrankungsbilder, die einen Verlust der geistigen Funktionen wie Denken, Erinnern und Orientierung bedeuten und die dazu führen, dass alltägliche Aktivitäten nicht mehr eigenständig durchgeführt werden können. Zu dem Oberbegriff Demenz zählen die Alzheimer-Demenz, die Vaskuläre Demenz, Morbus Pick und Frontotemporale Demenz.

Warum aber setzen so viele Leute Demenz mit Alzheimer gleich. Dies liegt daran, dass es in Deutschland ca. 1 Mio. Demenzkranke gibt. Mit einem Anteil von rund 700.000 Betroffenen ist Alzheimer bei weitem die häufigste Form der Demenz. Somit ist Alzheimer mit fast 70% die häufigste Erkrankung von Demenz und wird daher oft gleichgesetzt. 

Verwendet man die Begriffe Alzheimer und Demenz richtig, so gilt:

  • Alzheimer ist immer eine Form von Demenz, da Demenz der Oberbegriff für alle Erkrankungsbilder ist, die mit dem Verlust geistiger Funktionen als Folge einer Hirnschädigung einhergehen.
  • Aufgrund der unterschiedlichen Art von Hirnschädigung gilt, dass nicht jede Demenz Alzheimer ist (was umgekehrt allerdings schon gilt): 
Ursachen von Alzheimer
Wie bereits erwähnt, ist die Alzheimer-Erkrankung eine Erkrankung, die mit dem Verlust geistiger Funktionen als Folge einer Hirnschädigung einhergehen. Die Ursachen bzw. Symptome der Alzheimer-Erkrankung entstehen in der Regel durch eine verminderte Funktionsfähigkeit und den Untergang von Nervenzellen. Alzheimer-Betroffene weisen eine Reihe typischer Veränderungen in ihrem Gehirngewebe auf. 
  • Verlust von Nervenzellen, der je nach Krankheitsstadium bis zu 20% aller Zellen beträgt. 
  • Signalaustausch zwischen den verbliebenen Nervenzellen ist gestört, was auf den  Mangel des Botenstoffs Acetylcholin, der bei der Signalübermittlung ausgetauscht wird, zurückgeführt wird. 
  • Diese beiden Veränderungen führen zu dem typischen Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit, der bei Alzheimer zu beobachten ist. 
Trotz jahrelanger Forschung ist bisher unklar ist, warum die Nervenzellen absterben. In vielen Journalen findet sich etwas über
beobachtete Ablagerungen von Eiweißstoffen (dabei handelt es sich um Eiweißfäden, den sogenannten Tangles, die sich innerhalb der Zellen bilden) im Gehirngewebe. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesen  Ablagerungen sind widersprüchlich. So hat man herausgefunden, dass diese Eiweiß-Ablagerungen in der Regel bei allen Betroffenen auftreten, doch gibt es auch Menschen, die trotz beträchtlicher Ablagerungen nicht an Alzheimer erkranken.
Daneben wird angenommen, dass weitere Faktoren die Entstehung von Alzheimer begünstigen:
  • Der größte Risikofaktor ist ein hohes Lebensalter, denn mit zunehmendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Alzheimer-Erkrankung zu.
  • Man nimmt an, dass eine Häufung von Alzheimer-Fällen in der Familie ebenfalls die Entstehung von Alzheimer begünstigen.
  • Bekannt ist aber auch, dass Infektionen, Arterienverkalkung sowie Über- oder Unterforderung des Gehirns nicht der Auslöser von Alzheimer sind.
Diagnose von Alzheimer
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist Alzheimer nicht heilbar, zudem sind die Symptome anfangs schwierig zu erkennen
Zwar können bestimmte Symptome wie
  • Schwierigkeiten bei Alltagstätigkeiten
  • Orientierung geht verloren
  • Stimmungsschwankungen, Veränderung der Persönlichkeit und Antriebslosigkeit 
auf Alzheimer hinweisen, doch leider gibt es eine Vielzahl anderer Erkrankungen, die ähnliche Symptome zeigen. Die einzige Ausnahme sind Fälle (weniger als 5% der Fälle), bei denen das Nervenzellensterben, auf bestimmte Veränderungen am Erbgut zurückgeführt werden können. Die Veränderungen am Erbgut sind in diesem Fall durch einen genetischen Test nachweisbar.

So gibt bisher kein medizinisches Verfahren, um den Ausbruch von Alzheimer vorherzusagen oder auszuschließen. 
Die Diagnose Alzheimer könnte nur durch die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Gehirn gesichert werden. Ein solches Vorgehen verbietet sich allerdings in fast allen Fällen. Deshalb wird die Krankheit diagnostiziert, indem alle anderen denkbaren Ursachen ausgeschlossen werden. 

Daher muss bei Verdacht auf Alzheimer die sog Differentialdiagnostik (Ausschlussdiagnose) verwendet werden. Bei diesem Verfahren werden Krankheiten (z.B. Parkinson oder Multiple Sklerose) ausgeschlossen, deren Symptome den Beschwerden Alzheimer ähneln. Findet sich in diesen Untersuchungen keine andere Erklärung für die geistigen Einschränkungen (z.B. können auch Schilddrüsen- und Nierenerkrankungen, Stress, Schlafstörungen und Suchterkrankungen geistige Einschränkungen verursachen, ohne dass Alzheimer vorläge), wird in der Regel die Diagnose Alzheimer gestellt.

Aus diesem Grund sollte ein Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit nicht gleich Alzheimer bedeuten (so lässt die geistige Leistungsfähigkeit mit den Jahren nachlässt). Das Hauptsymptom von Alzheimer sollte aber Anlass geben, einen Arzt aufzusuchen, um zu klären, welche Erkrankung vorliegt.
 
 

Behandlung und Vorbeugung von Alzheimer
Wie bereits erwähnt, ist Morbus Alzheimer nicht heilbar. Zusätzlich ist es schwer, gegen Alzheimer vorzubeugen. Allgemein bekannte Maßnahmen zur Vorbeugung von Alzheimer und allen Formen der Demenz sind

  • Regelmäßige geistige Aktivität (soll das Risiko für Demenzerkrankungen um etwa ein Drittel verringern).
  • Körperliche Aktivität dient auch der Vorbeugung gegen alle Demenzformen. 
  • Beim Ausbruch von Alzheimer schützt eine konsequente Behandlung.
So stehen inzwischen viele Medikamente zur Verfügung, die den Verlauf der Erkrankung verzögern, den sog. Alzheimer Medikamenten und Cholinesterase-Hemmer. Die wichtigsten Medikamente sind die so genannten Antidementiva. Zu ihnen gehören Cholinesterase-Hemmer, Glutamat-Antagonisten und andere Nootropika.
 
  • Im frühen Stadium der Alzheimer Erkrankung verwendet man die sogenannten Cholinesterase-Hemmer. Diese Medikamente schützen die Funktion der Nervenzellen und kann den Verlauf der Erkrankung so verzögern und zur Besserung der Symptome führen. Diese Cholinesterase-Hemmer blockieren ein Enzym, das im Gehirn Acetylcholin abbaut. Dadurch sorgen die Hemmer, dass mehr Botenstoff für die Signalübertragung im Gehirn zur Verfügung steht. 
  • Bei mittlerer bis schwerer Erkrankung können sogenannte Glutamat-Antagonisten als Medikation eingesetzt werden. Diese Glutamat-Antagonisten blockieren die Wirkung von Glutamat, einem Botenstoff, mit dessen Hilfe Nervenzellen untereinander Signale austauschen., dabei soll diese Blockade der Nervenzellen von Glutamat , das Nervengewebe vor Überreizung schützen.
  • Bei der Verabreichung von Nootropika gibt es widersprüchliche Meinungen und werden deshalb in den  Leitlinien der Deutschen Fachgesellschaft der Neurologen und Psychiater nicht empfohlen. 
  • Daneben werden in der Regel auch Medikamente verwendet, die die Begleitsymptome (wie z.B. Depressionen, Wahnvorstellungen, Schlafstörungen, Unruhe) der Alzheimer-Erkrankung lindern sollen. 


 

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