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Psoriasis (Schuppenflechte) - aus der Reihe "Volkskrankheiten"


 

Allgemeines über Psoriasis (Schuppenflechte):
Schuppenflechte auch als Psoriasis bezeichnet, tritt meistens als Hautkrankheit auftritt, wobei teilweise stark schuppende, punktförmige bis handtellergroße Hautstellen (Schuppenflechte findet sich häufig an Knien, Ellenbogen und der Kopfhaut). Bei Schuppenflechte handelt es sich um eine nicht-ansteckenden, entzündlichen Dermatose. Es handelt sich bei Psoriasis um eine weltweit verbreitete Erkrankung, Schätzungen zufolge sind etwa zweieinhalb bis dreieinhalb Prozent der Nordeuropäer von Schuppenflechte betroffen. In der Regel gilt die Ursache von Schuppenflechte als vererbte genetische Veranlagung. Die Schuppenflechte (Psoriasis) als eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung ist nicht ansteckend, die Gefahr der Schuppenflächte ist, dass die Schuppenflechte auch Gelenke befallen kann und somit weitere Gelenkserkrankungen auslösen kann.
 
 

Formen von Schuppenflechte (Psoriasis):
Es gibt inzwischen viele Formen der Psoriasis, die häufig anhand der Gestalt der Schuppenflechte unterschieden werden, was u.U zu einiger Verwirrung führen kann. 

Nach dem Zeitpunkt des Auftritts der Schuppenflechte unterteilt man diese in zwei Klassen, Typ I und Typ II, wobei Typ I mit 70-75% Betroffenen der häufigere Typ ist

  • Typ I Psoriasis hat einen frühen Krankheitsbeginn (in der Regel sind die Patienten jünger als 40 Jahre) und kommt familiär gehäuft vor.
  • Der Typ II Psoriasis hat einen späten Beginn und tritt eher sporadisch auf.
Übergeordnet gibt es mehrere Formen von Schuppenflechte.
  • Psoriasis vulgaris: Bei dieser Form liegen scharf, unregelmäßig begrenzte, rötliche Plaques mit silbriger Schuppung vor. Die Schuppen können unterschiedliche Größe und Form annehmen. 
  • Psoriasis pustulosa: . Bei der pustulösen Psoriasis bilden sich kleine feine Bläschen und befinden sich über den entzündeten Hautstellen anstelle der psoriatischen Schuppung.
  • Psoriasis arthropathica: Bei der Psoriasis arthropathica ist die Psoriasis mit arthritischen Gelenkveränderungen verbunden.
  • Psoriasis erythodermatica: Bei dieser Psoriasis-Form ist die gesamte Haut betroffen und gerötet und tritt daher ziemlich selten auf. Durch die massive Schuppenbildung verliert der Körper Proteine und durch die Gefäßerweiterung auf der gesamten Haut sehr viel Wärme, daher kann lebensbedrohend sein.

Da die Psoriasis vulgaris die weitverbreiteste Form von Schuppenflechte ist, hat man diese je nach Muster und Größe der Schuppenflechte weiter unterschieden:

  • Psoriasis punctata (die punktförmige Schuppenflechte): punktförmiges Auftreten der Schuppenflechte.
  • Psoriasis geographica: landkartenähnliches Auftreten der Schuppenflechte
  • Psoriasis nummularis (münzförmige Schuppenflechte): münzgroße Schuppenflechcten
  • Psoriasis anularis: ringförmig aussehende Schuppenflechten
  • Psoriasis guttata (tropfenförmige Schuppenflechte): tropfenförmig aussehende Schuppenflechten
  • Psoriasis gyrata: girlandenförmig aussehende Schuppenflechten

Symptome von Schuppenflechte (Psoriasis):
Typische Symptome sind entzündlich gerötete Hautgebiete mit silbrig-weißen Schuppen und Juckreiz. Diese Symptome sind vor allem Folge eines gutartigen, rasanten, unkontrollierten Wachstums der Oberhaut. Bei Schuppenflechte gelangen die Hautzellen der obersten Hautschicht (Epidermis) mehr als siebenmal schneller an die Hautoberfläche im Vergleich zu gesunden Menschen, d.h. erneuert sich Haut bei einem gesunden Menschen innerhalb von 28 Tagen dauert es bei Psoriatikern nur drei bis vier Tage.

Als Folge des unkontrollierten Wachstums der Zellen bilden sich an der Oberhaut glänzende, silbrig-weiße Schuppen auf scharf begrenzten, stark durchbluteten und entzündlich geröteten Hautbreichen. Diese Symptome sind vor allem an Streckseiten von Armen (zum Beispiel Ellbogen) und Beinen (zum Beispiel Schienbeinbereich), Kopfhaut, aber auch an Gesäß zu finden.

Typische Merkmale für eine Schuppenflechte ist der sog. "blutiger Tau". Untersuchungen auf dieses Merkmal sollte aber nur ein Arzt vornehmen.  Um dieses Symptom zu untersuchen kratzt man eine Schuppe vorsichtig ab. Handelt es sich um Schuppenflechte verbleibt unter der Flechte zunächst ein dünnes Häutchen. Wird auch dieses Häutchen gelöst, blutet die Stelle leicht und punktförmig, was als "blutiger Tau oder "Auspitz-Phänomen" bezeichnet wird.

Dennoch gibt es Erkrankungen (zum Beispiel Ekzeme, Pilzinfektionen, Syphilis), die ähnliche Symptome zeigen, um diese auszuschließen sind notfalls Gewebeproben nötig. Sind Gelenke betroffen, helfen Röntgenaufnahmen.
 
 

Ursachen von Schuppenflechte (Psoriasis):
Wie bereits erwähnt, gilt als Ursache für Schuppenflechte eine vererbte genetische Veranlagung, was aber nicht heißen muss, dass wenn diese Veranlagung  vorhanden ist, die Krankheit immer zum Ausbruch kommen muss. Meist sind zusätzlich zur genetischen Veranlagung  weitere Faktoren nötig, die Schuppenflechte auslösen. Zusätzliche Faktoren sind:

  • Verletzungen an der Haut, Sonnenbrand, heftiges Kratzen und anhaltende mechanische Hautreizungen (z.B. enger Gürtel).
  • Medikamente wie Betablocker, Interferone, Chloroquin und bestimmte nichtsteroidale Antirheumatika.
  • Stoffwechselstörungen, Hormonschwankungen und Stress.
  • Nikotin und Alkohol.


Therapie von Schuppenflechte (Psoriasis):
In der Regel ist das Ziel von Therapien gegen Schuppenflechte eine Linderung und das Abheilen der Symptome bzw. eine Verkürzung der akuten Krankheitsphase und eine Vermeidung neuer Schübe der Erkrankung. Hauptsächlich erfolgt eine äußerliche Behandlung eine innere Behandlung erfolgt nur bei schwerer Erkrankung mit Psoraris.

  • Die äußerlich Behandlungen erfolgen in Form des Auftragens von Cremes, Salben und Lotionen. Dabei werden hauptsächlich zwei Wirkstoffe verwendet: Die erste Komponente sind Wirkstoffe wie Salicylsäure, Harnstoff oder Milchsäure, die die Schuppen ablösen. Die zweite Komponente der Behandlung von Schuppenflechte sind Wirkstoffe gegen übermäßiges Zellwachstum und Entzündungsvorgänge. In der Regel wird hier der Wirkstoff "Dithranol" verwendet. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen von Dithranol (Hautirritationen und Verfärbungen) werden auch Wirkstoffe wie Calcipotriol, Tacalcitol und Calcitriol verwendet.
  • Eine weitere äußere Behandlung von Schuppenflechte ist der Einsatz von Laser. Diese Lasertherapie ist jedoch aufwändig und teuer und eignet sich eigentlich nur für kleinere Psoriasis-Herde.
  • Bei inneren Behandlungen (bei schweren Verlaufsformen) werden Medikamente (hauptsächlich Retinoide) zur Therapie von Schuppenflechte verwendet. Die Retinoide sollen das Zellwachstum normallisieren und die Abschuppung beschleunigen. Neben den Retinoiden gibt es noch die sog. Biologika, bei denen es sich um gentechnisch hergestellte Wirkstoffe handelt, die bestimmten körpereigenen Substanzen ähneln und werden meist unter die Haut gespritzt oder als Infusion verabreicht.
Angemerkt sei hier, dass es zur Zeit noch keine Heilungsmöglichkeiten für Psoriasis gibt. Die obig genannten Therapien führen aber in der Regel zu erheblichen Verbesserungen der Lebensqualität. 
 
 

Vorbeugung gegen Schuppenflechte (Psoriasis):
Wie bereits erwähnt, gilt als Ursache von Schuppenflechte eine vererbte genetische Veranlagung. Die Schuppenflechte (Psoriasis) als eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung ist nicht ansteckend, kann also nicht durch Körperkontakt übertragen werden. Aus diesem Grund ist eine Vorbeugung gegen Schuppenflechte ähnlich wie bei Arthrose, d.h. gesund Leben.

  • Rauchen: Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Psoriasis bei Rauchern im Durchschnitt schwerer ausgeprägt als bei Nichtrauchern.
  • Ernährung: Bisher gibt es keine wissenschaftliche Studie, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und Schuppenflechte beweist (oft hört man die Empfehlung Vitamin D, Fischöl oder Zink zu sich zu nehmen, was aber bisher nicht wissenschaftlich bewiesen wurde). In diesem Zusammenhang sei aber erwähnt, dass es in Studien belegt ist, dass bei einer Verschlechterung der Schuppenflechte infolge von Übergewicht bei einer späteren Gewichtsreduktion wieder eine Verbesserung des Krankheitsbildes eingetreten sei.
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