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Negation - Verneinung im Deutschen 

Allgemeines:
Die Verneinung (Negation) in der deutschen Sprache ist viel "freier" als in anderen Sprache. Im Prinzip gibt es im Deutschen fünf Möglichkeiten der Verneinung:

1. Verneinung mit Negationswörter wie "nein, nicht, kein, nichts, nie, niemals, niemand, nirgends"
2. Durch Verwendung der Präfixe "un-, a-, an-, non-, miss-, ab-, de-,  in-, im-"
3. Durch Verwendung der Suffixe "-frei, -leer, -los"
4. Durch Verwendung von Verben mit negierender Bedeutung wie z.B. "unterlassen, untersagen, verbieten, vermeiden"
5. Durch Konjunktionen mit negierender Bedeutung wie "ohne dass, anstatt dass"

Zusätzlich kommt hinzu, dass die Negation im Deutschen in einem Satz nur einmal ausgedrückt wird, da die doppelte Negation eine bejahende Bedeutung hat. Die Negation kann aber durch die Verwendung von bestimmten Begriffen verstärkt bzw. abgeschwächt werden. Worte wie "bestimmt, sicher, überhaupt, absolut" verstärken die Negation während Begriffe wie "fast, beinahe" die Negation abschwächen.

 

Verneinung (Negation) im Deutschen:

Obwohl es in der deutschen Sprache viele Möglichkeiten der Negation gibt, werden negative Sätze im Deutschen hauptsächlich mit "nicht" und "kein" gebildet.

Die Verwendung von "nicht" zur Verneinung im Deutschen:

Die Stellung des Negationsworts "nicht" hängt von der Betonung und dem Kontext ab, so dass keine allgemein gültige Regeln aufgestellt werden kann. Die Verneinung kann dabei auf ein einzelnes Wort ("partielle Negation") oder ein Satzglied ("Sondernegation") bezogen sein.

* Wird "nicht" als pauschale Verneinung (keine Betonung eines Subjekts oder Objekts) verwendet wird, steht es an Ende des Satzes (z.B. ich mag deutsche Grammatik nicht).
* Wird "nicht" als pauschale Verneinung verwendet, sondern ein bestimmtes Wort soll betont werden, so wird das Negationswort "nicht" vor dieses Wort gestellt (z.B. ich komme nicht nach Hause)
* Ausnahme sind Substantive mit unbestimmten Artikel oder ohne Artikel (Verwendung von -> kein). Die Verwendung von "nicht" in Verbindung mit einem unbestimmten Artikel ist nur möglich, wenn man den unbestimmten Artikel auch als Synonym für "eins" verstehen kann.
* Achtung: Manchmal kann "nicht" auch nachgestellt werden (und ebenfalls vorangestellt werden). Dies findet sich häufig bei Kausal- und Temporalangaben (z.B. ich komme nicht in der nächsten Woche -> ich komme in der nächsten Woche nicht).

 

So kann man als Richtlinie für die Verwendung des Negationswortes "nicht" folgende Richtlinie aufstellen: Außer bei einer pauschalen Negation eines Satzes, sowie der Negation von Verben steht das "nicht" immer vor der Wortgruppe, das negiert werden soll.

 
 

Die Verwendung von "kein" zur Verneinung im Deutschen:

Oft hört man, dass die Verneinung "kein" das gleiche bedeutet, wie "nicht ein". Dies stimmt aber nur teilweise. Es gibt einige Situationen in der deutsche Sprache, in denen "kein" durch "nicht ein" umschrieben werden kann, in vielen Fällen kann "kein" nicht durch "nicht ein" ersetzt werden.

Das Negationswort "kein" wird vor Substantiven verwendet, also bei artikellosen Nomen im Plural oder artikellose Stoffbezeichnungen, Sammelbezeichnungen und Abstrakta, die verneint werden sollen (ich habe kein Geld). Leider kann man hier aber wieder Ausnahmen vorfinden: Will man die Verneinung betonen bzw. verstärken, verwendet man in der Regel "nicht ein" (keine Person hat die Prüfung bestanden -> nicht eine Person hat die Prüfung bestanden).

Als Richtlinie kann man sich merken, dass man in der Regel bei (unbetonten) Aussagesätzen "kein" anstelle von "nicht ein" bei artikellosen Nomen im Plural oder artikellose Stoffbezeichnungen, Sammelbezeichnungen und Abstrakta verwendet.

Die Bezeichnung "Sondernegation" bei der Verwendung von "kein" stammt daher, dass man bei der Verwendung von "kein" eine ergänzende Aussage erwartet, die in der Regel mit der Konjunktion "sondern" eingeleitet wird (ich habe kein Auto, sondern ein Motorrad).

 

Die Verwendung des Negationswortes "nein" im Deutschen:

In der deutschen Sprache findet das Wort "nein" folgende Anwendungen:

* Als negierende Beantwortung einer Entscheidungsfrage (z.B. Kannst du mir Geld leihen? -> Nein)

* Als Interjektion am Satzanfang und durch Kommata abgetrennt (z.B. Nein, das mache ich nicht)

 

Empfehlungen zu Verneinung im Deutschen:

Es hat sicher seine Vorteile ein "abwechslungsreiches" Deutsch zu sprechen. Dennoch empfiehlt es sich manchmal auf einfache Konstruktionen zurückzugreifen. So lässt sich beispielsweise die Verwendung von Präfixen und Suffixen durch die Verwendung des Negationswortes "nicht"  (z.B. es ist unwichtig -> es ist nicht wichtig) vermeiden. 


Ebenso sollte man bei der Verneinung bei artikellosen Nomen im Plural oder artikellose Stoffbezeichnungen, Sammelbezeichnungen und Abstrakta auf Betonungen verzichten, so dass sich konsequent das Negationswort "kein" verwenden lässt.

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