Vom Rad zum LKW – Rad, Mobilität und Technik

Vom Rad zum LKW – Rad, Mobilität und Technik

Vom Rad zum LKW

Das Rad hat eine lange Geschichte. Dabei stellt seine Nutzung im Bereich der motorisierten Mobilität einen relativ geringen Zeitraum dar. Heute bewegen wir uns selbstverständlich auf Rädern vorwärts und transportieren Lasten. Doch wie kam es zur Erfindung des Rades? Und wie konnte es sich zum Rad, wie wir es heute kennen, entwickeln?

Seit das Rad erfunden wurde, hat sich im Bereich der Mobilität viel getan. Es wurde sozusagen schon mehrmals neu erfunden und es hat eine wichtige Rolle bei einfachster bis hin zu fortschrittlichster Technologie. Heute finden wir vom kleinen Rädchen für das Spielzeugauto bis hin zum mannshohen und belastbaren Rad für Nutzfahrzeuge alle möglichen Varianten.

Und ohne PKW und Nutzfahrzeuge wäre unser moderner Alltag kaum denkbar. Kaum ein Gewerbe oder Unternehmen kommt heute ohne spezielle Fahrzeuge aus. Dabei reicht die Palette vom herkömmlichen Kastenwagen über Werkstattwagen und Kipplaster bis hin zum Pharmafahrzeug, die alle unterschiedliche Anforderungen an Räder und Bereifung stellen.

Es ist also kaum vorstellbar, dass die Menschen lange Zeit ohne das Rad auskommen mussten. Erst um 3.500 v. Chr. wurde das Rad entwickelt. Von diesem Zeitpunkt an trat es jedoch einen schnellen Siegeszug in Eurasien an. Mit der Erfindung des Rades ist genau genommen die Entwicklung des Rades mit Achse gemeint. Denn allein sind die Funktionen des Rades sehr begrenzt. Erst mit der Einführung der Achse wurde die Möglichkeit einer verhältnismäßig reibungsfreien Fortbewegung geschaffen, die zudem den Transport von Lasten erleichterte.

Damit änderte sich nicht zuletzt die menschliche Gesellschaft von Grund auf. Denn ein Transport schwerer Lasten zwischen Städten wurde möglich. Man kam schneller von einem Ort zum anderen und historische Großbauprojekte wie die Pyramiden wurden wahrscheinlich mit Hilfe des Rades gebaut. Das Rad stellt damit eine der grundlegenden Erfindungen der Menschheit dar.

Wie genau es zu dieser Erfindung kam, kann heute schwer nachvollzogen werden. Man kann nicht einmal sagen, ob es an einem Ort erfunden wurde und sich von dort verbreitete oder ob es parallel an mehreren Orten entwickelt wurde. Vermutet wird jedoch, dass die ersten Räder in Mesopotamien, dem heutigen Irak, entwickelt wurden und als Töpferscheiben dienten.

Viele Erfindungen haben ihren Ursprung der Beobachtung unserer natürlichen Umwelt. So war die Beobachtung der Vögel im Flug die Inspiration zur Entwicklung des Flugzeugs. Doch für das Rad gibt es keine natürliche Vorlage. Es gibt in der Natur zwar Kugeln, doch keine natürlichen Rad- und Achsensysteme. In jedem Fall brauchte es ein Gespür für Physik und die Konzepte von Reibung, Gleichgewicht und Impuls.

Von der Töpferscheibe zur Transporthilfe

Das Rad mit Achse machten sich zwischen dem 6. und 4. Jahrhundert v. Chr. die Griechen zunutze, indem sie die Schubkarre erfanden und fortan mit verhältnismäßig geringem Aufwand Waren und Baumaterialien transportieren konnten. Noch einen Schritt weiter ging es, nachdem man die Idee hatte, Tiere vor die Karren zu spannen und diese ziehen zu lassen.

Kombination von Rad und Motor

Einen weiteren Riesenschritt nach vorne ging es mit der Kombination von Rad und Motor. Tatsächlich unterstützte das Rad bereits im Mittelalter einen Motor mit einer Pferdestärke. Im Zeitalter der Aufklärung konnte das Rad dann mit Entwicklung der Dampfmaschine von James Watt mit einem deutlich stärkeren Motor zusammengebracht werden. Nun dauerte es nicht lange, bis man den leistungsstarken Motor mit dem leichtgängigen Rad eines Schienenfahrzeugs verband. Das Eisenbahnzeitalter begann.

Als Erfinder in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Fortschritte mit kleineren Motoren machten, die nicht durch Dampf, sondern durch die interne Verbrennung von Kraftstoffen betrieben wurden, war der Weg frei für die Entwicklung des Automobils. Dieses setzte sich relativ langsam durch, bahnte sich aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Weg in die Massenproduktion.

Beim Einsatz des Rades für Autos spielte nicht zuletzt die Entwicklung luftgefüllter Gummireifen eine tragende Rolle. Ein Patent für einen Luftreifen reichte bereits Robert William Thomson im Jahr 1845 ein. Der wirtschaftliche Durchbruch mit Luftreifen gelang jedoch erst Èdouard Michelin.

Mit der Entwicklung verschiedener Fahrzeugtypen und Nutzfahrzeuge wie Kleintransporter, LKW und Radlader wurden auch stetig neue Reifen- und Rädertypen auf den Markt gebracht. Dabei haben beispielsweise LKW-Reifen einen höheren Reifenquerschnitt und eine breitere Auflagefläche für eine höhere Belastbarkeit. Ein LKW-Reifen hat eine Tragfähigkeit von bis zu sechs Tonnen, der eines PKW trägt etwa 400 bis 800 Kilogramm.

Symbolgraphik: © igor donadello/EyeEm – stock.adobe.com

Autor: , Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2023