Fettbrand – Entstehung und Auswirkungen

Im Allgemeinen spricht man von einem Fettbrand, wenn Speisefette bzw. Speiseöl über den Flammpunkt (auch manchmal als Brennpunkt bezeichnet) erhitzt wird und die gasförmige Fettphase Feuer fängt. Diese Situation (eines Fettbrandes) kommt auch daran, dass die gasförmige Phase von Speiseölen bzw. Fetten (=> deren Dämpfe) oberhalb des Flammpunktes selbst entzündlich ist. Die Dämpfe benötigen keine (externe) Zündquelle, damit sie in Brand geraten. Daher unterscheiden sich organische Fette und Öle von vielen anderen (brennbaren) Flüssigkeiten. Die hohe Gefahr eines Fettbrandes (beispielsweise in einer Küche) „entsteht“ vor allem die sogenannte Fettexplosion. Löscht man einen Fettbrand mit Wasser, so kommt es zur Fettexplosion (durch das schlagartige Verdampfen von Wasser). Dadurch verteilt sich brennendes Fett innerhalb eines großen Umkreises (so kann eine Fettexplosion eine Küche in „Flammen“ setzen. Daher dürfen Fettbrände niemals mit Wasser gelöscht werden.

Fettbrand- Entstehung aus Auswirkung

Ähnlich wie Wachs oder andere organische Verbindungen, ist auch Speiseöl bzw. Speisefett im festen oder flüssigen Zustand nicht „brennbar“. Speiseöle bzw. Fette sind organische Verbindung (Kohlenwasserstoff-Gerüst) mit einer großen Molekülstruktur. Durch die großen (anziehenden) Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Fettmolekülen haben Speisefette- bzw. Öle einen im Vergleich zu anderen Verbindungen höheren Siedepunkt (Speisefette- und -öle haben in der Regel einen Siedepunkt von über 100°C).

Erwärmt man nun Speisefette, so beginnt das Fett bzw. Öl ab einer bestimmten Temperatur zu sieden (in der Regel über 100°C). Diese Temperaturen werden von jeder normalen Herdplatte „leicht“ erreicht, da Temperaturen bis zu 400°C – 500°C erreichbar sind. Ist die Siedetemperatur erreicht, bringt das Öl bzw. Fett zu sieden (die zugeführte Wärmeenergie reicht aus, um die einzelnen Moleküle voneinander zu trennen) und die einzelnen Fettmoleküle gehen in die Gasphase über. Ab dieser Situation kann es leicht zu einem Fettbrand kommen, ab einer Temperatur von 280°C bis 300°C entzündet sich das gasförmige Fett von selbst (ohne eine externe Zündquelle). Da die Gasphase oberhalb der flüssigen Phase „beginnt“, beginnt auch die Oberfläche des Öls in der Pfanne zu brennen (die Gasphase entzündet aber nur in Gegenwart von (Luft-)Sauerstoff. Daher ist es auch so wichtig, bei einem angehenden Fettbrand (nach dem Löschversuch) die Wärmequelle zu entfernen. Durch das Entfernen der Wärmequelle sinkt die Temperatur des Speisesöls bzw. -fetts, wodurch weniger Moleküle in die Gasphase gelangen und die Gefahr von brennbaren Dämpfen reduziert wird.

Die größte Gefahr eines Fettbrandes geht aber durch die „Entstehung“ einer Fettexplosion aus. Eine Fettexplosion entsteht, wenn ein Fettbrand mit Wasser gelöscht wird. Fette bzw. Öle (organische Verbindung) und Wasser (polare Verbindung) sind zwar nicht mischbar miteinander. Allerdings bildet sich aus dem zugeführten Wasser (durch die hohe Temperatur) sofort Wasserdampf. Wasserdampf hat ein deutlich höheres Volumen als flüssiges Wasser, 18 g flüssiges Wasser bildet ein Gasvolumen von weit über 30 l (bei Temperaturen von über 100°C). So bildet sich aus 1 Liter zugeführtes Wasser Wasserdampf mit einem Volumen von knapp 1700 Liter. Obwohl die fetthaltige Phase und die wässrige Phase nicht mischbar sind, „reißt“ der entstehende Wasserdampf (der sich explosionsartig ausbreitet) auch die brennenden Fettmoleküle mit und verteilt diese in einem großem Umfeld. Daher darf niemals brennendes Fett mit Wasser gelöscht werden.

Bevor es zu einem Fettbrand kommt (die Temperatur den Siedepunkt und Flammpunkt überschreitet) „überschreitet“ die Temperatur den sogenannten Rauchpunkt. Der Rauchpunkt ist die Temperatur, bei der eine Rauchentwicklung über einem erhitzten Speiseöl eintritt (und die letzte Warnung vor der Entstehung eines Fettbrandes ist).

Kommt es zu einem Fettbrand, darf niemals mit Wasser gelöscht werden. Dem Fettbrand muss der Sauerstoff entzogen werden (beispielsweise indem der Deckel auf die Pfanne aufgesetzt wird). So wird den Flammen der Sauerstoff entzogen und das Feuer geht allmählich aus. Daher ist bei Fettbränden stets zunächst der für die Verbrennung notwendige (Luft-)Sauerstoff zu entfernen (dies ist möglich durch das Abdecken des Fettbrandes mit einem Deckel, einem geeigneten Feuerlöscher (ein Feuerlöscher für Fettbrand) oder einer Löschdeck) und erst danach die Wärmequelle zu entfernen.

Allerdings geht auch von einem siedenden Fett nicht nur die Gefahr eines Fettbrandes aus. Durch siedendes Fett entstehen durch Hautkontakt erhebliche Hautverletzungen




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Organische Chemie