Was sind Aktien und wie funktionieren sie? – Definition und Grundlagen einfach erklärt

Aktien sind ein wesentlicher Bestandteil des Finanzmarktes und eine der zentralen Anlageformen. Sie sind eine gängige Methode für Unternehmen, sich Finanzmittel für Investitionen zu beschaffen, denn die Anleger überlassen auf unbestimmte Zeit Kapital. So nehmen diese aber auch an der wirtschaftlichen Entwicklung teil und müssen deshalb einen Verlust ebenso in Kauf nehmen, wenn das Unternehmen in eine „Schieflage“ gerät. Allerdings sind die Verluste mit der Höhe der Einlage begrenzt.

Was ist eine Aktie?

Was sind Aktien?

Was sind Aktien?

Eine Aktie ist ein Wertpapier (aber nicht jedes Wertpapier ist eine Aktie), das einen bestimmten Prozentsatz des Wertes eines Unternehmens repräsentiert. Die Höhe dieses Prozentsatzes hängt von der Anzahl der ausgegebenen Anteile ab. Der Besitzer einer Aktie wird zum Teilhaber und er trägt ab diesem Zeitpunkt einen Teil des finanziellen Risikos: Gewinn oder Verlust.

Die erste Aktie wurde im Jahr 1602 von den Niederlanden ausgegeben. Seitdem haben sich die Aktienmärkte stark entwickelt und es gibt heute viele verschiedene Arten von Aktien. Sie werden an Börsen gehandelt und jedermann kann sie dort in indirekter Form erwerben.

Geht ein Unternehmen an die Börse, werden dessen Aktien zum ersten Mal ausgegeben. Dieser Vorgang wird als Neuemission bezeichnet. Für die Vorbereitung des Börsengangs eines Unternehmens sind oft mehrere Jahre nötig, denn es muss zuerst in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt werden. Erst wenn es an der Börse gelistet ist, sind die Aktien handelbar und Investoren können diese kaufen oder verkaufen. Der Preis reguliert sich durch das Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Sinn und Nutzen von Aktien

Aktien sind ein wesentlicher Bestandteil des Finanzmarktes und können Anlegern helfen, deren Geld zu vermehren. Allerdings müssen diese sich auch des Risikos bewusst sein, dass der Kurs einer Aktie schnell ins „Bodenlose“ fallen kann, sodass das Investment oft gänzlich verloren ist.

Die letzten Jahre der Niedrigzinsphase haben den Aktienmarkt stark getriggert, weil sich die Menschen auf die Suche nach Alternativen begeben haben und Aktien eine höhere Rendite versprechen als das klassische Sparbuch.

Die andere Seite ist, dass sich Unternehmen mit einem Gang an die Börse mit neuem Kapital versorgen. Dies stellen die Anleger zur Verfügung, weil sie darauf spekulieren, dass sich das Unternehmen wirtschaftlich positiv entwickelt. Für Unternehmen ist diese Art der Geldbeschaffung nur über die Börse möglich, denn außerhalb dieser nach Investoren zu suchen oder für das benötigte Kapital einen Kredit aufzunehmen, ist zu aufwendig, zu teuer, wenn nicht gar unmöglich.

Viele nötige Investitionen, neue Projekte, neue Geschäftsfelder, wissenschaftliche Forschungen konnten nur angestoßen werden, da es die Möglichkeit gab, das Kapital dafür an der Börse zu beschaffen. Investoren haben den Vorteil, dass das Risiko diversifiziert ist, sie es also nicht allein tragen müssen.

Arten von Aktien

Es gibt mehrere Arten von Aktien, die bekanntesten sind Stamm- und Vorzugsaktien. Die Art der Aktie, die jemand erwirbt und mit der er Aktionär wird, wirkt sich auf seine Rechte aus. Folgende Aktienarten sind am Markt verfügbar:

  • Stammaktien (Preferred Stock) sind die häufigste Art von Aktien und bieten den Aktionären das Recht, an der jährlichen Hauptversammlung teilzunehmen sowie das Recht, an bestimmten Entscheidungsprozessen teilzuhaben. Diese Rechte sind fest im Aktiengesetz verankert. Das Unternehmen kann sie erweitern, jedoch nicht beschränken. Ein Stammaktionär erhält aufgrund seiner Sonderstellung eine geringere Dividende.
  • Vorzugsaktien (Common Stock): Der Besitz gewährt den Aktionären keine Stimmrechte. Dafür können sie mit einer höheren Dividende rechnen. Ein weiterer Vorteil ist das Vorzugsrecht, welches Aktienbesitzern ein Vorrecht zum Aktienbezug bei einer weiteren Emission des Unternehmens einräumt.
  • Inhaberaktien: Anonymer Aktionär, der nur der jeweiligen Depotbank bekannt ist.
  • Namensaktien: Aktionär ist im Aktienregister, das in der Regel an der Börse geführt wird, eingetragen. So erfährt das Unternehmen, wenn der Besitzer Aktien verkauft (und kann sich dagegen aussprechen, wenn es die Satzungen so vorsehen).
  • Junge Aktien werden bei einer Kapitalerhöhung ausgegeben.
  • Alte Aktien waren schon vor der Kapitalerhöhung am Markt.
  • Stückaktien: Sie drücken ihren Wert nicht durch einen konkreten Betrag aus, sondern durch eine Prozentangabe in Relation zum Unternehmenswert.
  • Nennwertaktien: Ähnlich wie Geldscheine, da sie einen nominal festgelegten Anteil am Grundkapital aufweisen. Diese Aktienform findet allerdings kaum noch Verwendung.

Kosten und Risiken

Aktien sind eine beliebte Anlageform, da sie die Möglichkeit bieten, hohe Renditen zu erzielen. Allerdings sind Aktien auch mit einem gewissen Risiko und auch Kosten verbunden. Nebenkosten von Aktientransaktionen sind:

  • Depotgebühren: werden meist monatlich vom Kundenkonto abgezogen. Mit diesen Gebühren wird der Aufwand und die Unterstützung des Brokers finanziert. Sie sind der Höhe nach unterschiedlich und sehr oft auch verhandelbar.
  • Ordergebühren: Bei jeder Order fallen zusätzliche Gebühren an. Es ist dies ein fixer Betrag, den Anleger pro Order an den Broker leisten müssen. Zugeschlagen werden variable Gebühren, die je nach Höhe der Transaktion berechnet werden. Diese betragen meist weniger als ein Prozent des Gesamtbetrags. Wiederum ist die Höhe verhandelbar, denn es gibt Broker, die auch ganz auf diese Gebühr verzichten.
  • Variable Zusatzkosten: berechnen Broker für zusätzliche Dienstleistungen z.B. dezidierte Kauf- oder Verkaufsorder, die sich am Kurs orientieren (Stop-Loss-Instrumente).
  • Spread: bezeichnet die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis und hängt der Höhe nach vom Handelsplatz ab. Für an der Börse gehandelte Produkte ist der Ankaufspreis immer etwas höher als der aktuelle Kurs der Aktie, während der Verkaufspreis leicht darunter liegt. Daraus berechnet sich auch der Verdienst der Händler.

Pflichten des Anbieters

Ein börsennotiertes Unternehmen muss seinen Investoren alle benötigten Informationen zur Verfügung stellen. Des Weiteren ist ein Finanzinstitut im Inland zu bestimmen, welches für das Management der Kapitalflüsse zuständig ist und bei dem die Aktionäre ihre Rechte geltend machen können (Gewinnausschüttungen, Wandlungen, Aktienbezug, …).

Stimmberechtigte Aktionäre müssen nachweislich zur jährlichen Hauptversammlung eingeladen werden. Sie können allerdings einen bevollmächtigten Vertreter entsenden. Auf der Hauptversammlung wird auch die Höhe der Dividende festgelegt. Das Unternehmen hat keine generelle Zahlungspflicht, es kann den Unternehmensgewinn auch in andere gewinnbringende Projekte reinvestieren.

Pflichten des Aktionärs

Die Hauptpflicht besteht in der Bezahlung des Unternehmensanteils. Auf gleicher Ebene steht die Treuepflicht, die es dem Aktionär verbietet, gegen die Unternehmensinteressen zu handeln.

Wie kann man Aktien kaufen oder verkaufen?

Aktien können nicht direkt an der Börse gekauft und verkauft werden. Es wird ein Vermittler (Broker) zwischengeschaltet und für die Verwaltung der Aktien ist ein Depot bei einer Bank oder vergleichbaren Institution anzulegen. Für beides fallen Gebühren an, die den möglichen Gewinn schmälern.

Ein Grundprinzip ist, dass das Unternehmen Aktien nicht zurücknimmt und den Preis erstattet. Der Investor muss sich selbst darum kümmern, einen Käufer für seine Papiere zu finden. Vor allem bei stark fallenden Kursen eine Herausforderung. Ebenso wenig kann ein Interessent zu einem Unternehmen gehen, um dessen Aktien zu kaufen. Der Handel ist nur an der Börse möglich (vgl. Börsenhandel).

Vertriebswege außerhalb der Börse: Aktien werden ebenso von Sparkassen, Banken, Finanzdienstleistern vermittelt. Diese haben gegenüber Interessenten eine gesetzlich geregelte Informationspflicht.

Das sollten Anleger noch wissen

Die Aktie ist ein Wertpapier, das den Besitz an einem Unternehmen repräsentiert. Jedem Inhaber einer Aktie muss bewusst sein, dass die Stellung als Teilhaber einen Gewinn oder Verlust des Investments mit sich bringen kann. Geht das Unternehmen in Konkurs oder wird insolvent, verlieren die Aktien ihren Wert.

Steuern

Die Erträge, Dividenden oder Kursgewinne nach einem Verkauf sind steuerpflichtig (Kapitalertragssteuer). Der Steuersatz liegt bei 25 %, Solidaritätszuschlag (5,5 %) und ggf. Kirchensteuer (8 oder 9 %) kommen noch hinzu.

Aufsicht und Regulierung

Institute, die Aktien vertreiben (Banken, Finanzdienstleistungsinstitute) sind verpflichtet, ihre Anlageberater und deren Honorare der BaFin anzuzeigen. Sie sind zur Überwachung im Rahmen der Institutionsvorgaben verpflichtet. Für Aktien, die an der Börse gehandelt werden, sind die Börsenaufsichtsbehörden der Länder und des Bundes zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Abwicklung der Börsengeschäfte verpflichtet.

 

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Autor: , Letzte Aktualisierung: 28. Oktober 2022