Das menschliche Verdauungssystem

Menschen (benötigen ja nach Lebensalter und körperlicher Aktivität) eine bestimmte Menge an „Energie“. Die Hauptenergielieferanten im menschlichen Körper sind Fette und Kohlenhydrate. Die Energie(menge), die in Lebensmitteln „stecken“, werden heute immer noch hauptsächlich in Kilokalorie (Kcal) angegeben, obwohl die (gemäß dem internationalen Einheitensystem) gängige Einheit für eine Energiemenge das „Kilojoule“ (kJ) ist. Beide Einheiten lassen sich aber einfach ineinander umrechnen: 1 kcal = 4,18 kJ

Zusätzlich nehmen wir mit der Nahrung auch noch Eiweißstoffe auf, die zum Aufbau von Körperzellen benötigt werden. Grob teilen wir die Nahrungsbestandteile in Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Eiweißstoffe), Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Lebensmittel (bzw. die individuelle Zusammenstellung) enthalten Kohlenhydrate, Fette und Eiweißstoffe in unterschiedlicher Zusammensetzung. Wichtig für den Körper sind auch Lebensmittel, die energiearm und ballaststoffreich sind und Mineralstoffe enthalten.

Die Verdauung beginnt im Mund

Bevor das menschliche Verdauungssystem mit seinen unterschiedlichen „Organen“ beginnt, fängt das Verarbeiten von Lebensmitteln mit dem Zerkleinern der Nahrung durch die Zähne an. Hierzu stehen im menschlichen „Gebiss“ unterschiedliche Zähne zur Verfügung: Schneidezähne, Backenzähne und Eckzähne.

Die vordersten Zähne im menschlichen Gebiss sind die Schneidezähne, diese können aufgrund der scharfen Kante „Nahrung“ in kleinere Stücke „schneiden“. Damit dieses Schneiden erfolgreich ablaufen kann, halten die „Eckzähne“ mit ihren „Spitzen“ die Nahrung fest, damit der Schneidezahn Teile einfacher „abschneiden“ kann. Nachdem die Nahrung „zerkleinert“ wurde, erfüllen nun die Backenzähne ihre Funktion. Aufgrund der großen Kaufläche der Backenzähne zermahlen die Backenzähne die Nahrung.

Das Verdauungssystem beim Menschen

Ist nun im Munde mit Hilfe der Zähne zerkleinert, so beginnt die Verdauung der Nahrung im menschlichen Verdauungssystem. Dabei wird die Nahrung in einzelne Bestandteile zerlegt, die durch die Dünndarmwand in die Blutbahn gelangen. Von der aus werden sie im gesamten Körper verteilt.

Die Verdauung der Nahrung beginnt bereits im Mund bzw. der Mundhöhle. Denn dort wird nicht nur die Nahrung mit Hilfe der Zähne zerkleinert, sondern auch gleichzeitig die Nahrung mit Speichel vermischt. Der Speichel, der entsprechende Enzyme enthält (Zerlegung der Stärke in kleinere Bestandteile (Einfachzucker), wird dabei von der Speicheldrüse in der Mundhöhle abgegeben. Somit beginnt die Verdauung der Nahrung bereits im Mund: Die Verdauung von Kohlenhydraten beginnt durch den Speichel bereits im Mund, während Fette und Eiweißstoffe im Mund noch „unangetastet bleiben.

Von der Mundhöhle aus befördert die Zungenspitze den Nahrungsbrei (Nahrung vermischt mit Speichel) in Richtung Rachen. Von dort aus wird die Nahrung in die Speiseröhre befördert. Wichtig ist dabei, dass der sogenannte Kehldeckel den Eingang zum Kehlkopf verschließt, damit die Nahrung nicht in die Luftröhre gelangt. Befindet sich der Nahrungsbrei in der Speiseröhre, wird er von hier aus in den Magen „befördert“. Dies wird durch die Muskulatur in der Wand der Speiseröhre gewährleistet, da sich diese Muskulatur zusammenzieht und dadurch den Nahrungsbrei in den Magen drückt.

Im Magen „angekommen“, wird der Nahrungsbrei mit dem sogenannten Magensaft vermischt. Der Magensaft wird dabei von Drüsenzellen in der Schleimhaut der Magenwand abgesondert. Der Magensaft hat zwei Funktionen: Der Magensaft enthält Salzsäure, dadurch ist der Magensaft in der Lage, Bakterien und auch einzelne Keime abzutöten. Darüber hinaus enthält der Magensaft auch Enzyme, die gemeinsam mit der Salzsäure die Eiweißstoffe in einzelne Bestandteile (= Aminosäuren) zerkleinern. Nachdem nun in der Mundhöhle die Verdauung der Kohlenhydrate begonnen hat (durch den Speichel), beginnt nun im Magen die Verdauung der Eiweißstoffe. Mit Hilfe von Muskeln im Magen , dem sogenannten Pförtner, wird der Nahrungsbrei vom Magen in den Dünndarm gedrückt.

Der Dünndarm besteht aus mehreren Bereichen. Der erste Bereich, den die Nahrung „passiert“ ist der Zwölffingerdarm (der Dünndarm ist bei einem Erwachsenen bis zu 6 m lang). Im Zwölffingerdarm wird der Nahrungsbrei mit der Gallenflüssigkeit und dem Bauchspeichel versetzt. Beide „Flüssigkeiten“ sorgen dafür, dass nun alle Nahrungsbestandteile in ihre Einzelbestandteile zerlegt werden. So zerlegen beide Flüssigkeiten (mit Hilfe von Enzymen) Fette in Fettsäuren und Glycerin.

Die einzelnen Bestandteile von Kohlenhydraten (z.B. Glucose), Fetten (Fettsäuren und Glycerin) und Eiweißstoffen (Aminosäuren) können von der Dünndarmwand aufgenommen werden. In den sogenannten Darmfalten (der Dünndarmwand) befindet sich sogenannte Zotten, in denen sich Blutgefäße befinden. Auf diesem Weg gelangen die Bestandteile der Nahrung über die Dünndarmwand, die Kapillaren (Blutgefäße in den Darmfalten) in die Blutbahn und von dort aus in den gesamten Körper

Der restliche Nahrungsbrei, der im Dünndarm zurückbleibt, wird in den Dickdarm „gepresst“, wo dem Nahrungsbrei „Wasser“ entzogen wird. Der nun so eingedickte ehemalige Nahrungsbrei sammelt sich nun im Enddarm und wird in gewissen Zeitabständen ausgeschieden.