Die menschliche Haut

Menschliche Haut – Aufbau und Funktion

In anderen Kapiteln wurde bereits die Bedeutung der menschliche Haut als Gewebe und Organ erläutert. In diesem Kapitel soll kurz der Aufbau der menschlichen Haut und deren Funkion vorgestellt werden.

Grob lässt sich die menschliche Haut in drei unterschiedliche Schichten einteilen. Dieses Schichten sind:

  • Oberhaut (auch als Epidermis bezeichnet)
  • Lederhaut (auch als Dermis bezeichnet)
  • Unterhaut (Subcutis)

Die einzelnen Schichten haben jeweils unterschiedliche Funktionen, da die Oberhaut und die Lederhaut einen Bezug zueinander haben, bezeichnet man den Verbund “Oberhaut und Lederhaut) als Cutis.

Aufgaben der Haut

Die menschliche Haut hat eine Vielzahl von Aufgaben und Funktionen.

  • Zum einen bietet die Haut dem Körper einen “mechanischen” Schutz (beispielsweise vor Stößen) durch die Unterhautschicht mit ihren Fettpolstern. Zum anderen bietet die Haut auch einen “chemischen” Schutz (Säuremantel), der ein Eindringen von Krankheitserregern verhindert.
  • Der Fettfilm (gebildet durch die Schweiß- und Talgdrüsen) auf der Oberhaut schützt zudem den Körper vor dem Austrocknen. Darüber hinaus sorgen die Schweißdrüsen auf der Oberhaut für eine Temperaturregulierung (Schutz vor Überhitzung der Haut)
  • Die menschliche Haut ist auch ein wichtiges Sinnesorgan. Durch die Rezeptoren in der Lederhaut ist der Mensch in der Lage, Wärme/Kälte sowie Druck/Berührung wahrzunehmen.
  • Auch wenn die Haut nur ca. 1% am Gaswechsel austausch (Sauerstoffaufnahme) beteiligt ist, unterstützt die Haut die menschliche Atmung
  • Schutz (Bräunung der Haut) gegen gefährliche UV-Strahlung. Die Bräunung der Haut wird durch das Pigment Melanin hervorgerufen, nachdem UV-Strahlung in die Oberhaut eingedrungen ist und sich daher das Pigment Melanin bildet. So entsteht eine Bräunung der Haut, die als Lichtschutz dient.

Oberhaut

Die Oberhaut bildet die oberste Schicht einer Haut. Betrachtet man nur das Organ “Haut” als das äußere Organ, so beobachtet man, dass sich auf der Oberhaut ein dünner Schutzfilm bzw. Fettfilm (aus organischen Verbindungen) befindet, der aus den Absonderungen der Talgdrüsen auf der Haut gebildet wird. Unter diesem Schutzfilm befindet sich die sogenannte Hornschicht

Unter dem Fettfilm liegt die Hornschicht, die als äußerste, sichtbare Hautschicht erscheint. Die Hornschicht besteht zum größten Teil aus Hornzellen, die in der sogenannten Keimschicht (Teil der Oberhaut) produziert werden. Die Hornzellen in der Hornschicht werden dadurch ständig neu gebildet und gleichzeitig alte Hornzellen abgestoßen (auch als abgeschuppt bezeichnet). Daher erneuert sich die Oberhaut bzw. die Hornschicht alle vier bis sechs Wochen. In der obersten Hautschicht befinden sich auch noch die sogenannten Melaninzellen, die für die Hautfärbung/bräunung mitverantwortlich sind. Durchschnittlich ist die Oberhaut ca. 0,04 mm dich, kann aber an den Fußsohlen sogar bis zu 4 mm dick sein. Da die Oberhaut im wesentlichen als mechanische Schutzschicht dient, ist diese unempfindlich und enthält selbst keine Nervenzellen

Lederhaut

Die Lederhaut befindet sich unter der Oberhaut.und besteht zum Großteil aus Kollagenfasern und elastische Bindegewebsfasern (beispielsweise Retikulin- und Elastinfasern). Diese elastischen Fasern sorgen für die große Elastizität und Stabilität der Haut. Darüber hinaus sind in der Lederhaut auch die Nervenendigungen und meisten Sinnesrezeptoren zu finden. Diese Rezeptoren leiten Reize wie Kälte, Wärme und Schmerz über das Nervensystem an das Gehirn weiter. Wie eingangs erwähnt, befinden sich in der Lederhaut im wesentlichen Bindegewebe bzw. Bindegewebsfasern. Daher ist die Lederhaut auch dicker, als im Vergleich zur Oberhaut. In der Lederhaut finden wir aber auch noch Blut- und Lymphgefäße. Diese kapillaren Blutgefäße versorgen die Oberhaut mit “Nährstoffen”.

Unterhaut

Die Unterhaut ist die unterste der drei Hautschichten. Im Wesentlichen besteht die Unterhaut hauptsächlich aus Fettgewebe, also Bindegewebe, in dem sich Fettzellen befinden. Aufgrund des hohen Anteils an “Fettgewebe” wird die Unterhaut auch oftmals als Unterhautfettgewebe bezeichnet. Der “grobe” Aufbau der Unterhaut lässt sich auch aus seiner Funktion ableiten:

Das Bindegewebe, dass im Vergleich zur Lederhaut lockerer zusammengesetzt ist, sorgt dafür,dass die Haut “verschiebbar” gegenüber den Knochen ist. Da die Unterhaut auch das Bindeglied zwischen Körper und Lederhaut/Oberhaut ist, ist die Unterhaut sowohl mit Knochen bzw. Skelettmuskulatur verbunden, aber auch mit den anderen Hautschichten.

Von hier gehen Fasern aus, die die Haut mit Knochen, Sehnen und der Muskulatur verbinden. Außerdem befinden sich hier die Schweißdrüsen.Auch hierbei handelt es sich überwiegend um Bindegewebe, jedoch lockerer zusammengesetzt als in der Dermis. Sie verbindet die oberen Hautschichten mit den darunter gelegenen Geweben wie den Knochen und der Skelettmuskulatur. So versorgen beispielsweise die arteriellen Blutbahnen der Unterhaut die darüber liegende Lederhaut mit Nährstoffen, während die venösen Blutbahnen die Stoffwechselabfallprodukte von der Lederhaut wegtransportieren. Daher verlaufen in der Unterhaut auch größeren Blutgefäße als im Vergleich zu den anderen Hautschichten.

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