Interaktion von Organismus und Umwelt

Interaktion zwischen dem menschlichen Organismus und seiner Umwelt

In diesem Kapitel soll nur kurz die „Interaktion“ zwischen Lebewesen und deren Umwelt „untersucht“ werden. Diese Thematik fällt (außerhalb) des Schulunterrichts in die Ökologie und nicht unter die Humanbiologie. Im Rahmen des Schulunterrichts soll aber kurz der Einfluss von biotischen und abiotischen Faktoren erwähnt werden. Ebenfalls soll dieses Kapitel auch zeigen, dass die „Vorhersage“ von Populationsdichten bzw. Interaktion von Lebewesen mit seiner Umwelt sehr komplex ist und mit wissenschaftlichen Methoden auch nicht exakt vorhersagbar ist.

Menschen (wie jeder andere Organismus auch) siedeln sich (bevorzugt) an Orten mit geeigneten biotischen und abiotischen Faktoren an. Dabei handelt es sich bei abiotische Faktoren um „Einflüsse“ wie Licht, Temperatur, Sonneneinstrahlung, Nährstoffe/Wasser. Neben diesen abiotischen Faktoren werden Lebewesen auch durch biotische Faktoren beeinflusst. Unter den biotischen Faktoren versteht man alle Einwirkungen auf ein Lebewesen, die von anderen Lebewesen ausgehen (daher spricht man bei biotischen Faktoren auch von Faktoren der belebten Natur). Diese Interaktion bzw. Wechselwirkung zwischen einzelnen Lebewesen können intraspezifisch sein, d.h von Lebewesen der eigenen Art. Die Interaktion kann aber auch interspezifisch auftreten, das heißt von Lebewesen anderer Arten.

Einfluss von biotischen Faktoren auf Lebewesen

Befinden sich Lebewesen in einer Gemeinschaft, sprechen wir von einer sogenannten Biozönose. Hier werden im Rahmen des Unterrichts drei (besondere) Gemeinschaften „untersucht“:

  • Biozönose mit Konkurrenz bzw. Räuber-Beute-Beziehung: In jeder Biozönose befinden sich Lebewesen, die einen ähnlichen Lebensraum haben und so miteinander in Konkurrenz begrenzte Ressourcen wie beispielsweise Nahrung stehen. Auch kann wieder zwischen intraspezifischer und interspezifischer Konkurrenz unterscheiden, wobei bei der interspezifischen Konkurrenz auch oft direkte Nahrungsbeziehungen vorherrschen. (Räuber-Beute-Beziehungen). Dies sind biotische Faktoren, die Organismus in seiner Umwelt beeinflussen.
  • Biozönose: Symbiose und Parasitismus: Dann gibt es noch Biozönosen, bei Lebewesen unterschiedlicher Art zusammenleben. Das Zusammenleben kann dabei zum gegenseitigen Nutzen (wird als Symbiose bezeichnet). Dann gibt es noch ein Zusammenleben von Organismen, die vorteilhaft für eine Spezies sind, die andere Spezies aber benachteiligen bzw. schädigen (wird als Parasitismus bezeichnen)

Wie im letzten Absatz beschrieben, können diese interspezifischen Wechselwirkungen neutrale, positive oder negative Einflüsse auf Lebewesen haben (bzw. auf deren Populationsdichte).

Einfluss von abiotischen Faktoren auf Lebewesen

Wie schon eingangs geschrieben, haben die abiotischen Umweltfaktoren auch Einfluss auf Lebewesen bzw. Menschen. Wie stark sich die abiotischen Faktoren auf das Wohlbefinden, die Gesundheit bzw. Populationsdichte bei Menschen auswirken lässt sich schlecht vorhersagen.

So gibt es beispielsweise Modelle (beispielsweise die Bergmannsche Regel), die einen Zusammenhang zwischen Körperformen des Menschen und dessen Lebensraum herstellen. Da laut diesem Modell die Wärmeabgabe eines menschlichen Körpers proportional zu seiner Größe ist, sind Individuen von Populationen in kalten Gebieten, als in warmen Gebieten.

Ein anderes Beispiel wäre die „Bräunung der Haut: So haben Menschen aus Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung eine dunkle Haut mit vielen Pigmenten zum Schutz vor schädlicher UV-Strahlung, während Menschen in nördlichen Ländern hingegen eine hellere Haut haben (die UV-Strahlung des Sonnenlichts dringt in die menschliche Haut ein, wobei die Haut das Pigment Melanin bildet. Dadurch entsteht die durch Sonneneinfluss typische Bräunung der Haut, die als Lichtschutz dient).

Durch die vielen technischen Errungenschaften haben heute abiotische Faktoren wesentlich weniger Einfluss auf den „Lebensraum“ bzw. Populationsdichten von Menschen als in der Vergangenheit. Auch wenn beispielsweise die Bergmannsche Regel „tendenziell“ korrekt ist, beeinflussen auch andere Umweltfaktoren die Populationsdichte bzw. die Körperform von Menschen (beispielsweise ausreichende Nahrung).