Reinstoff – was versteht man unter diesem Begriff?

Der Begriff “Reinstoff” – Einführung

Die Chemie ist unter anderem die Lehre vom Stoffaufbau. Daher beschäftigen wir uns in der Chemie mit einer Vielzahl von chemischen Stoffen. In diesem Zusammenhang fällt auch immer wieder der Begriff “Reinstoff”. Im Allgemeinen kann man jeden chemischen Stoff, in einen Reinstoff oder Gemisch (oder Stoffgemisch) einteilen. Dennoch fällt es am Anfang oft schwer zu bestimmen, ob ein Stoff ein Reinstoff ist, oder nicht. Beispielsweise Natriumchlorid, ein Stoff, der aus zwei Atomsorten besteht: Ist dies ein Reinstoff oder ein Gemisch?

Der Begriff “Reinstoff” – Definition

Im Schulunterricht lernen wir als Definition, dass ein Reinstoff ein chemischer Stoff ist, der nur aus einer chemischen Verbindung (z.B. Natriumchlorid) oder einem chemischen Element zusammengesetzt wird. Eine ähnliche Definition besagt, dass ein Reinstoff durch chemische Trennverfahren nicht mehr in weitere Bestandteile zerlegt werden kann und sich nur aus einer chemischen Verbindung oder Element zusammensetzt (Hinweis: Elektrolyse ist im eigentlichen Sinne kein chemisches “Trennverfahren”, da dieses Trennverfahren auf der Wirkung des elektrischen Stroms basiert)

Da Reinstoffe aus der gleichen chemischen Verbindung bzw. gleichen Element zusammengesetzt sind, weisen alle Reinstoffe bei einer bestimmten Temperatur und Druck die gleichen chemischen Eigenschaften auf, dieses sind beispielsweise Geruch, Schmelz- und Siedetemperatur, pH-Wert, Dichte (Hinweis: oft wird auch angegeben, dass bei einem Reinstoff die Farbe immer gleich ist. Je nachdem welche Menge an Reinstoff untersucht wird, kann sich auch die Farbe ändern bzw. täuschen).

Wie eingangs erwähnt, weisen Reinstoffe immer (und an jeder Stelle des Stoffes) gleiche chemische und physikalische Eigenschaften auf. Daher können wir Gemische von Reinstoffen (in einem Experiment) voneinander zu unterscheiden, in dem wir den Stoff erhitzen und ein Siedediagramm aufnehmen (Diagramm: x-Achse = Zeit, y-Achse = Temperatur). Im Gegensatz zu einem Reinstoff (der einen festen Siedepunkt hat) kannst du im Siedediagramm eines Stoffgemisches keinen eindeutigen Siedepunkt erkennen, sondern nur einen Siedebereich angeben (siehe hierzu das Kapitel “Siedetemperatur”).

Ebenfalls kannst du den einen Reinstoff durch Trennverfahren wie Sieben, Filtrieren, Chromatographie oder Destillieren nicht in weitere Komponenten auftrennen. Liegt ein solcher Fall vor, so handelt es sich um einen Reinstoff.

Warum der Begriff “Reinstoff” manchmal falsch verwendet wird, liegt daran, dass Reinstoffe nicht nur Elemente sein können (z.B. Eisen), sondern auch Verbindungen (z.B. Natriumchlorid).

Autor: