Das einfache Teilchenmodell

Wie sind eigentlich Stoffe aufgebaut?
An zwei einfachen Experimenten werden wir nun das einfache Teilchenmodell herleiten und klären, wie Stoffteilchen beschaffen sind:

Experiment 1: Wenn du einen Zuckerwürfel in Wasser gibst, dann löst sich dieser vollständig auf und ist nicht mehr sichtbar. Eine Geschmacksprobe des Wassers würde dir zeigen (süsse Geschmack des Wassers), dass der Zucker in dem Wasser noch vorhanden ist. Lässt du das Zuckerwasser einige Zeit stehen, so verdunstet das Wasser und du erhältst wieder (sichtbar) den Zucker.

Experiment 2: Du nimmst 25 ml Spiritus (Ethanol) und 25 ml Wasser und schüttest diese beiden Flüssigkeiten zusammen. Misst du nun das Gesamtvolumen der so entstandenen Flüssigkeit, stellst du fest, dass diese „nur noch“ ein Volumen von ca. 48 ml hat.

Wie lässt sich nun das einfache Teilchenmodell herleiten und die Beobachtungen aus den beiden Experimenten erklären?

Das einfache Teilchenmodell

Das vollständige Auflösen des Zuckerwürfels in Experiment 1 zeigt dir, dass alle Stoffe aus kleinen Teilchen bestehen, die für das Auge nicht mehr sichtbar sind. Dabei ist es egal, ob du einen Zueckerwürfel oder ein Salzwürfel in Wasser löst.

Mit dem Zuckerwürfel und dem Wasser haben wir zwei verschiedene Aggregatzustände. Der feste Zuckerwürfel (dem man auch eine regelmäßige Struktur ansehen kann), lässt sich so erklären, dass die Zuckerteilchen im Zuckerkristall nebeneinander und regelmäßig an einer bestimmten Position fest gebunden sind (der Stoff ist daher fest). Diese wie in einem (Zucker)Kristall regelmäßige Struktur gibt es bei Wasser nicht, die (Wasser)teilchen können sich relativ frei bewegen.

Das Lösen des Zuckerwürfels in Wasser wird dadurch verursacht, dass die Wasserteilchen sich relativ frei bewegen. Dadurch drängen die Wasserteilchen nach und nach zwischen die Zuckerteilchen und „lösen“ diese aus dem Verband  (des Kristalls) heraus. Nach einiger Zeit hat sich so der Zuckerkristall vollständig aufgelöst.

Hast du den Zuckerwürfel in warmen bzw. kalten Wasser gelöst, so ist dir sicher aufgefallen, dass sich der Zuckerwürfel in warmen Wasser schneller löst, als in kaltem Wasser. Dies liegt daran, dass die Teilchen eines Stoffes (auch im Zuckerkristall) in Bewegung sind. Die „Stärke“ dieser Bewegung hängt dabei von der Temperatur ab. Je höher die Temperatur, desto schneller bewegen sich die Teilchen und lösen so den Zuckerwürfel umso schneller auf.

Wie lässt sich nun das Ergebnis aus Experiment 2 erklären?
Hierzu hat man ein Modell entwickelt (das einfache Teilchenmodell), um dieses Phänomen zu erklären. Dabei nimmt man an, dass die kleinsten Teilchen der Stoffe winzige Kugeln sind.

Mit Hilfe dieses einfachen Teilchenmodells kann man erklären, warum es zu einer Verringerung des Volumens kam. Die Teilchen der einzelnen Stoffe (Wasser und Spiritus) sind unterschiedlich groß. In den meisten Lehrbüchern findet sich hierzu der Vergleich mit einem Senfkorn und einer Erbse. In diesem Fall stellt das Senfkorn das Wasserteilchen dar und die Erbse das Spiritusteilchen.

Mischt man Erbsen und Senfkörner miteinander, so sieht man, dass die Senfkörner teilweise in die Hohlräume der Erbsen gelangen und so das Gesamtvolumen verringert wird. Genauso verhält es sich beim Mischen von Wasser und Ethanol. Die kleineren Wasserteilchen häufen sich teilweise in den Hohlräumen zwischen den größeren Spritusteilchen und verringern so das Gesamtvolumen.

einfaches Teilchenmodell

Das einfache Teilchenmodell

  • Alle Stoffe sind aus sehr kleinen Teilchen aufgebaut (mit dem Auge nicht sichtbar)
  • Die Teilchen befinden sich in ständiger Bewegung (auch in festen Stoffen)
  • Die Teilchen bewegen sich dabei ungerichtet, mit steigender Temperatur bewegen sich die Teilchen schneller

Das einfache, erweiterte Teilchenmodell

  • Die Teilchen in festen Stoffen weisen eine (mehr oder weniger) gleichmäßige Ordnung auf, jedes Teilchen schwingt um einen festen Platz.
  • In Flüssigkeiten können sich die Teilchen gegeneinander bewegen.
  • In Gasen ist jedes Teilchen frei beweglich, verteilt sich dabei gleichmäßig in dem zur Verfügung stehenden Raum.

Hinweis

Das einfache Teilchenmodell hilft dir einige Beobachtungen der in den oben erwähnten Experimenten zu erklären. Dennoch ist dieses Modell sehr ungenau. So lässt sich z.B. nicht erklären, warum ein Stoff bei einer bestimmten Temperatur fest, flüssig oder gasförmig ist. Im Rahmen des Chemieunterrichts wirst du „bessere“ Modelle kennenlernen, wie das Bohrsche Atommodell und du wirst Bindungskräfte kennenlernen, die Stoffe (zu einem Feststoff oder Flüssigkeiten) zusammenhalten.